Demineralisiertes Wasser ist Wasser, dem die gelösten Mineralsalze fast vollständig entzogen wurden, meist durch Destillation oder Ionenaustausch. Messgröße ist die elektrische Leitfähigkeit, die bei demineralisiertem Wasser in der Regel unter 20 Mikrosiemens pro Zentimeter liegt. Destilliertes Wasser und VE-Wasser sind zwei Formen davon. Osmosewasser ist sehr mineralarm, aber nicht vollständig entsalzt und damit kein demineralisiertes Wasser im engeren Sinn.
Demineralisiertes Wasser begegnet Ihnen an ganz verschiedenen Stellen: als Kanister im Baumarkt, als Nachfüllwasser für Bügeleisen und Autobatterie, im Labor, im Aquarium und in der Diskussion um gefiltertes Trinkwasser. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Wasser, aus dem die gelösten Mineralsalze weitgehend entfernt wurden. Die Begriffe dafür werden allerdings oft durcheinander verwendet. Dieser Artikel ordnet sie, erklärt die Herstellungsverfahren und zeigt, wo die Grenze zwischen technischem Wasser und Trinkwasser verläuft.
Ist destilliertes Wasser das Gleiche wie demineralisiertes Wasser?
Destilliertes Wasser ist eine Form von demineralisiertem Wasser, aber nicht jedes demineralisierte Wasser ist destilliert. “Demineralisiert” beschreibt das Ergebnis: Die gelösten Salze sind weitgehend entfernt. “Destilliert” oder “deionisiert” beschreiben dagegen den Weg dorthin. Das tschechische Gesundheitsinstitut fasst in einem Kapitel für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter demineralisiertem Wasser alles zusammen, was durch Destillation, Deionisierung, Membranverfahren oder Elektrodialyse fast oder ganz frei von gelösten Mineralien ist.
Die wichtigsten Begriffe im Überblick:
| Begriff | Herstellung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Destilliertes Wasser | Verdampfen und Kondensieren | Labor, Medizintechnik, Haushalt |
| Deionisiertes Wasser, VE-Wasser | Ionenaustauscher (vollentsalzt) | Technik, Batterien, Kühlkreisläufe, Labor |
| Reinstwasser | Umkehrosmose plus Mischbett-Ionenaustauscher oder Elektrodeionisation | Labor, Pharmazie, Medizintechnik, Halbleiterfertigung |
| Osmosewasser | Umkehrosmose-Membran | Trinkwasser im Haushalt, Aquaristik, Vorstufe für Reinstwasser |
Osmosewasser steht bewusst am Ende der Tabelle. Es ist sehr mineralarm, aber nicht vollständig entsalzt: Eine Umkehrosmoseanlage hält den Großteil der gelösten Stoffe zurück, ein kleiner Rest passiert die Membran. Osmosewasser als “destilliertes” oder “demineralisiertes Wasser” zu bezeichnen, ist deshalb irreführend. Seine Werte liegen eher in der Größenordnung sehr mineralarmer Mineralwässer.
Woran misst man, wie demineralisiert Wasser ist?
Die entscheidende Messgröße ist die elektrische Leitfähigkeit, angegeben in Mikrosiemens pro Zentimeter (µS/cm). Reines Wasser leitet Strom kaum, erst gelöste Ionen wie Calcium, Magnesium, Natrium oder Chlorid machen es leitfähig. Je weniger Salze, desto niedriger der Wert.
Einige Bezugspunkte:
- Trinkwasser darf nach der Trinkwasserverordnung eine Leitfähigkeit von höchstens 2.790 µS/cm bei 25 °C haben. Das ist ein Höchstwert, kein typischer Wert.
- Demineralisiertes Wasser liegt laut WHO-Kapitel in der Regel unter 2 mS/m, also unter 20 µS/cm, oft auch unter 1 µS/cm. Der Gehalt an gelösten Stoffen kann bis auf 1 mg/l sinken.
- Laborwasser nach ISO 3696 darf je nach Qualitätsstufe höchstens 5, 1 oder 0,1 µS/cm erreichen.
- Reinstwasser des Typs I nach ASTM D1193 liegt bei höchstens 0,056 µS/cm, das entspricht einem Widerstand von 18 Megaohm mal Zentimeter.
Im Haushalt wird statt der Leitfähigkeit häufig der TDS-Wert angezeigt (Total Dissolved Solids, gelöste Feststoffe in mg/l oder ppm). Ein TDS-Messgerät misst ebenfalls die Leitfähigkeit und rechnet sie mit einem festen Faktor um. Wie das funktioniert und was der Wert über Ihr Leitungswasser aussagt, lesen Sie im Beitrag zum TDS-Messgerät.
Wie wird demineralisiertes Wasser hergestellt?
Demineralisiertes Wasser entsteht vor allem auf zwei Wegen: durch Destillation oder durch Ionenaustausch. Die Umkehrosmose liefert sehr mineralarmes Wasser und dient in der Industrie als Vorstufe, auf die eine weitere Reinigung folgt. Alle Verfahren trennen das Wasser von den gelösten Salzen, sie tun es aber nach unterschiedlichen physikalischen Prinzipien und mit unterschiedlichem Aufwand.
Destillation
Bei der Destillation wird Wasser erhitzt, bis es verdampft. Der Dampf steigt auf, wird an einer kühlen Fläche wieder flüssig und in einem getrennten Gefäß aufgefangen. Salze verdampfen bei diesen Temperaturen nicht und bleiben im Kessel zurück. Stoffe, die leichter flüchtig sind als Wasser, können allerdings mit dem Dampf übergehen. Das Verfahren ist gründlich, aber langsam und energieintensiv, weil jeder Liter vollständig verdampft werden muss. Erich Meidert, Gründer von misterwater, nennt Tischdestillierer für den Haushalt deshalb eine Lösung, bei der man über den Strom draufzahlt.
Er weist außerdem auf eine Grenze einfacher Heimdestillierer hin: Die sehr kurzkettige Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) entfernen sie nach seiner Einschätzung nicht zuverlässig. Belastbare Messungen speziell zu Heimdestillierern liegen dazu bisher nicht vor. Fest steht, dass TFA sich mit den üblichen Verfahren der Wasseraufbereitung kaum entfernen lässt, so das Umweltbundesamt.
Ionenaustausch
Im Ionenaustauscher fließt Wasser durch Kunstharzkügelchen, die gelöste Ionen gegen andere tauschen. Ein Kationenaustauscher gibt Wasserstoff-Ionen ab und nimmt dafür Calcium, Magnesium oder Natrium auf. Ein Anionenaustauscher gibt Hydroxid-Ionen ab und bindet Chlorid, Sulfat oder Nitrat. Wasserstoff- und Hydroxid-Ionen verbinden sich zu Wasser. Das Ergebnis heißt deionisiertes Wasser oder VE-Wasser (vollentsalzt). Ist das Harz erschöpft, wird es mit Säure und Lauge regeneriert. Ionenaustauscher entfernen nur geladene Teilchen. Keime, Partikel und viele organische Stoffe halten sie nicht zurück.
Umkehrosmose
Bei der Umkehrosmose wird Wasser mit Druck durch eine halbdurchlässige Membran gepresst. Wassermoleküle passieren sie, der Großteil der gelösten Salze und vieler anderer Stoffe bleibt zurück und wird mit dem Spülwasser abgeleitet. Das Verfahren braucht keine Chemikalien zur Regeneration und arbeitet im Haushalt direkt am Wasseranschluss. Leitungswasser in Deutschland liegt meist zwischen 150 und 350 ppm TDS. Diesen Bereich hat misterwater in rund 15.000 Wasserproben in etwa 90 Prozent der Fälle gemessen. Eine gespülte Direct-Flow-Anlage liefert daraus Wasser mit etwa 5 bis 10 ppm.
Für Labor- und Reinstwasser reicht das nicht. Dort wird Osmosewasser in einem zweiten Schritt nachgereinigt, meist mit einem Mischbett-Ionenaustauscher oder durch Elektrodeionisation. Diese Kombination ist der Industriestandard in Pharmazie, Medizintechnik und Halbleiterfertigung.
Wofür wird demineralisiertes Wasser verwendet?
Demineralisiertes Wasser wird überall dort eingesetzt, wo gelöste Salze stören: weil sie Kalk ablagern, chemische Reaktionen verfälschen oder elektrische Leitfähigkeit erzeugen, wo keine erwünscht ist.
- Bügeleisen und Dampfgeräte: Ohne Kalk verstopfen Düsen und Dampfkammern langsamer. Erich Meidert empfiehlt für Bügeleisen und Dampfgeräte möglichst mineralarmes oder vollständig entmineralisiertes Wasser. Prüfen Sie trotzdem die Bedienungsanleitung, denn manche Hersteller schreiben für ihr Gerät Leitungswasser oder eine Mischung vor.
- Labor: Analysen und Lösungen brauchen Wasser, das keine eigenen Ionen einbringt. Die Qualitätsstufen regelt ISO 3696.
- Batterien: Offene Bleiakkumulatoren, etwa in Gabelstaplern oder älteren Autobatterien, verlieren im Betrieb Wasser und werden mit Nachfüllwasser aufgefüllt. Die Anforderungen daran beschreibt die Norm DIN EN 62877-2 (VDE 0510-51). Mit Leitungswasser würden sich Fremdionen im Elektrolyt anreichern.
- Kühlkreisläufe und Technik: In Heizungs- und Kühlsystemen, Dampferzeugern oder Scheibenwaschanlagen verhindert entsalztes Wasser Ablagerungen.
- Aquaristik: Für Weichwasserarten wird Osmose- oder VE-Wasser als Basis genommen und gezielt wieder mit Salzen aufgehärtet. So lassen sich die Wasserwerte unabhängig vom örtlichen Leitungswasser einstellen.
- Trinkwasser: In der Küche wird sehr mineralarmes Wasser über eine Osmoseanlage erzeugt. Hier geht es nicht um Laborreinheit, sondern darum, Stoffe aus dem Leitungswasser zurückzuhalten.
Besonders gern wird Osmosewasser zum Kochen und für Tee und Kaffee verwendet. Weil es kaum noch gelöste Stoffe enthält, kommt der Eigengeschmack von Tee und Kaffee voll zur Geltung. Auch Nudeln und andere Speisen schmecken nach dem, was im Topf ist, und nicht nach dem Wasser.
Kann man demineralisiertes Wasser trinken?
Demineralisiertes Wasser in Trinkwasserqualität kann man trinken, technisches VE-Wasser aus dem Baumarkt dagegen nicht. Der Unterschied liegt nicht im Mineralgehalt, sondern in der Hygiene: Kanister mit destilliertem oder entsalztem Wasser für Bügeleisen und Batterie sind als technisches Produkt deklariert, nicht als Lebensmittel. Für Herstellung, Abfüllung und Lagerung gelten dann nicht die Maßstäbe, die für Trinkwasser vorgeschrieben sind.
Erich Meidert bringt es in einer Webinar-Fragerunde auf den Punkt: “Destilliertes Wasser aus dem Baumarkt würde ich niemals trinken, weil es ein Chemieprodukt ist.” Gegen sehr reines Wasser an sich hat er nichts einzuwenden. Seine Kritik richtet sich gegen die Herkunft, nicht gegen den niedrigen Mineralgehalt.
Bleibt die Frage nach den fehlenden Mineralien. Das WHO-Kapitel von František Kožíšek aus dem Jahr 2005 trägt Studien zum langfristigen Konsum von demineralisiertem Wasser zusammen. Es bezieht sich vor allem auf die öffentliche Wasserversorgung aus Meerwasserentsalzung und empfiehlt dort eine Aufbereitung, auch weil sehr salzarmes Wasser Rohrleitungen angreift. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diesen Beitrag 2020 aufgegriffen und für sehr niedrig mineralisiertes Mineralwasser festgehalten, dass nach heutigem Kenntnisstand langfristig keine unerwünschten gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind, eine ausgewogene Ernährung und übliche Trinkmengen vorausgesetzt. Für einzelne Gruppen empfiehlt das BfR, auf die Gesamtzufuhr an Mineralstoffen zu achten.
Wie viel Mineralien Wasser überhaupt zur Versorgung beiträgt und woher der Einwand gegen mineralarmes Wasser kommt, rechnen wir ausführlich im Artikel Ist Osmosewasser schädlich? nach. Hintergrund zu den einzelnen Mineralstoffen finden Sie unter Mineralien im Trinkwasser.
Geschmacklich wirkt sehr mineralarmes Wasser auf viele Menschen flach. Deshalb wird Osmosewasser im Haushalt oft leicht remineralisiert oder verwirbelt, was im Beitrag Warum Umkehrosmose allein nicht reicht beschrieben ist.
Sind Regenwasser, abgekochtes Wasser und stilles Wasser demineralisiert?
Keines der drei ist demineralisiertes Wasser im technischen Sinn, auch wenn die Vermutung naheliegt.
Regenwasser entsteht durch Verdunstung und Kondensation, also auf ähnlichem Weg wie destilliertes Wasser, und ist von Natur aus sehr mineralarm. Auf dem Weg durch die Atmosphäre nimmt es aber Kohlendioxid, Staub und Luftschadstoffe auf, später kommen Dach, Rinne und Tonne dazu. Was das für die Trinkbarkeit bedeutet, steht im Artikel Kann man Regenwasser trinken?.
Abgekochtes Wasser ist nicht destilliert. Beim Kochen verdampft ein Teil des Wassers, die Salze bleiben im Topf. Ein Teil der Härte fällt als Kalk aus, der Rest bleibt gelöst und wird durch die Verdunstung sogar etwas konzentrierter.
Stilles Wasser ist in aller Regel Mineral- oder Tafelwasser ohne Kohlensäure und enthält je nach Quelle teils deutlich mehr Mineralien als Leitungswasser. Als besonders mineralarm gilt Mineralwasser, das höchstens 50 mg gelöste Mineralstoffe pro Liter enthält. Es darf dann den Hinweis “Mit sehr geringem Gehalt an Mineralien” tragen. Auch das liegt noch deutlich über demineralisiertem Wasser. Mehr dazu im Beitrag Stilles Wasser trinken.
Wie finden Sie heraus, welches Wasser Sie brauchen?
Entscheidend ist der Zweck, nicht der Begriff auf dem Etikett.
- Für Geräte und Technik (Bügeleisen, Batterie, Kühlkreislauf) reicht technisches VE- oder destilliertes Wasser. Halten Sie sich an die Vorgaben des Geräteherstellers.
- Für Labor und Analytik brauchen Sie Wasser mit nachgewiesener Qualitätsstufe nach ISO 3696 oder ASTM D1193.
- Für das Aquarium ist Osmose- oder VE-Wasser die Basis, die anschließend gezielt aufgehärtet wird.
- Zum Trinken und Kochen kommt nur Wasser in Lebensmittelqualität infrage. Sehr mineralarmes Trinkwasser erzeugen Sie zu Hause mit einer Umkehrosmoseanlage, die laufend frisch filtert und deren Ergebnis Sie mit einem TDS-Messgerät selbst nachprüfen können.
Wer sein Leitungswasser zuerst messen möchte, beginnt mit dem TDS-Wert. Er zeigt in Sekunden, wie viel gelöste Stoffe im Wasser sind, und ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung. Welche weiteren Heimtests es gibt und wann ein Labor nötig ist, steht im Beitrag Kann man Wasser zu Hause selbst testen?.
Ein TDS-Messgerät lässt sich dabei mit einem Fieberthermometer vergleichen: Es zeigt einen Wert an, aber nicht dessen Ursache. Erfasst werden nur leitfähige Stoffe. Über Keime, Bakterien, Hormone oder Arzneimittelrückstände sagt der Wert nichts.
Quellen
- Kožíšek, F. (2005): Health risks from drinking demineralised water. In: World Health Organization: Nutrients in drinking-water, Genf, Kapitel 12, S. 148-163. Definition, Leitfähigkeit unter 2 mS/m, TDS bis 1 mg/l. https://www.who.int/publications/i/item/9241593989
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2020): Sehr niedrig mineralisiertes Mineralwasser gesundheitlich bewertet. Stellungnahme Nr. 041/2020 vom 14. September 2020. Bewertung und Grenze 50 mg/l für “sehr geringen Gehalt an Mineralien”. https://www.bfr.bund.de/cm/343/sehr-niedrig-mineralisiertes-mineralwasser-gesundheitlich-bewertet.pdf
- Trinkwasserverordnung vom 20. Juni 2023, Anlage 3 Teil I: Indikatorparameter elektrische Leitfähigkeit 2.790 µS/cm bei 25 °C. https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/anlage_3.html
- ISO 3696:1987: Water for analytical laboratory use. Specification and test methods. Qualitätsstufen 1 bis 3. https://www.iso.org/standard/9169.html
- ASTM D1193-06(2018): Standard Specification for Reagent Water. Typ I mit mindestens 18 MΩ·cm bzw. höchstens 0,056 µS/cm. https://webstore.ansi.org/Standards/ASTM/ASTMD1193062018
- DIN EN 62877-2 (VDE 0510-51):2016-12: Elektrolyt und Wasser für belüftete Blei-Säure-Batterien, Teil 2: Anforderungen an Wasser. https://www.dinmedia.de/en/standard/din-en-62877-2/261232643
- Umweltbundesamt: Trifluoracetat (TFA): Grundlagen für eine effektive Minimierung schaffen. TFA mit herkömmlichen Verfahren der Wasseraufbereitung kaum entfernbar. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/trifluoracetat-tfa-grundlagen-fuer-eine-effektive
- Erich Meidert, misterwater: Live-Webinar, Fragerunde vom 25.06.2026 (Zitat zum destillierten Wasser aus dem Baumarkt, Aussage zu Tischdestillierern) und Fragerunde vom 14.07.2026 (Haltung zu destilliertem Wasser).
- misterwater: Messungen aus rund 15.000 Wasserproben (Leitungswasser in Deutschland in etwa 90 Prozent der Fälle 150 bis 350 ppm TDS), Videoreihe zur Umkehrosmose mit Erich Meidert (gespülte Direct-Flow-Anlage 5 bis 10 ppm).
Häufige Fragen
Was versteht man unter demineralisiertem Wasser?
Gemeint ist Wasser, aus dem die gelösten Mineralsalze fast vollständig entfernt wurden, sodass nahezu reines H2O übrig bleibt. Die üblichen Wege dorthin sind Destillation und Ionenaustausch. Ob ein Wasser als demineralisiert gilt, entscheidet die Messung der elektrischen Leitfähigkeit, nicht der Name auf dem Etikett.
Sind VE-Wasser und Osmosewasser dasselbe?
Nein. VE-Wasser, also vollentsalztes Wasser, entsteht meist im Ionenaustauscher und wird so weit gereinigt, dass kaum noch Ionen messbar sind. Osmosewasser aus einer Umkehrosmoseanlage ist sehr mineralarm, behält aber einen kleinen Rest gelöster Stoffe. Für Labor und Technik zählt VE-Wasser, für die Küche Osmosewasser.
Wird Wasser durch Abkochen zu destilliertem Wasser?
Nein. Beim Abkochen verdampft ein Teil des Wassers, die gelösten Salze bleiben aber im Topf zurück. Ein Teil des Kalks fällt dabei aus und setzt sich als Belag ab, der Rest bleibt gelöst. Destilliert ist Wasser erst, wenn der Dampf aufgefangen und in einem getrennten Gefäß wieder verflüssigt wird. Auch Destillation entfernt nicht jeden Stoff zuverlässig, etwa leicht flüchtige Verbindungen.
Kann man demineralisiertes Wasser zu Hause selbst herstellen?
Ja, mit einem Tischdestillierer oder einem Ionenaustauscher für Vollentsalzung. Der Tischdestillierer verdampft Wasser und kondensiert den Dampf, das ist langsam und braucht viel Strom. Vollentsalzer sind eher in Labor und Technik verbreitet. Eine Umkehrosmoseanlage liefert dagegen sehr mineralarmes, aber kein vollständig entsalztes Wasser. Ihre Werte liegen in der Größenordnung sehr mineralarmer Mineralwässer.
Wie misst man, ob Wasser demineralisiert ist?
Mit einem Leitfähigkeits- oder TDS-Messgerät. Es misst, wie gut das Wasser elektrischen Strom leitet, und das hängt von der Menge gelöster Ionen ab. Je niedriger der Wert, desto mineralärmer das Wasser. Ungeladene Stoffe wie viele organische Verbindungen erfasst das Gerät allerdings nicht.
