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PFOA im Trinkwasser von Altötting und anderen Gemeinden - sind Sie betroffen?

Das Trinkwasser von Altötting ist mit der Chemikalie PFOA verunreinigt, die sich im Körper anreichert und als krebserregend, nieren- und leberschädigend gilt. PFOA wird zum Beispiel bei der Herstellung von Teflon-Pfannen verwendet. Ein Verbot für PFOA tritt EU-weit 2020 in Kraft. Über den Fluss Alz und den Feinstaub in der Luft gelangte PFOA aus dem nahe Altötting gelegenen Chemiepark Gendorf in den Boden, ins Grundwasser und schon seit 12 Jahren ist PFOA im Trinkwasser nachweisbar.

Atlötting, naturbelassen und bodenständig?

So geschehen dieser Tage in Altötting, im schönen Bayern. Ein Wallfahrtsort mit wunderschönen Barockhäusern, bayerische Gemütlichkeit, Gasthöfe, bayerische Gastfreundlichkeit, Schmankerln und Blasmusik. Doch die Idylle trügt. Was so sauber, bodenständig und naturverbunden aussieht, ist in Wirklichkeit vergiftet und bedroht die Natur, die Tiere und die Menschen. Altötting und die umgebenden Gemeinden haben seit Jahren ein massives Gesundheitsproblem durch vergiftetes Wasser und es schien jahrelang niemanden zu interessieren.

Dabei läuteten die Alarmglocken schon schrill im Jahr 2006. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace das Flüsschen Alz im Altöttinger Tal getestet. Denn an der Alz liegt Bayerns größter Chemiepark Gerndorf bei Burgkirchen, der größte Arbeitgeber im Alztal. Es war bekannt, dass von dort – mit behördlicher Genehmigung – Chemikalien in das Flüsschen eingeleitet werden. Im Jahr 2006 machte die Umweltschutzorganisation Greenpeace dort eine Aktion, um zu zeigen, wie viel Gift tatsächlich von dort in die Natur abgelassen wird. Die Aktivisten von Greenpeace fingen das Abwasser auf und pumpten es postwendend zurück ins Werk. Das war 2006, und schon damals konnten die Aktivisten einen erhöhten Wert einer Chemikalie, deren Namen als Abkürzung „PFOA“  mittlerweile in Alztal einen Namen wie Donnerhall erhalten hat.

Perfluoroktansäure - ein extrem lang nachwirkendes Gift

PFOA steht für Perfluoroktansäure, ein sehr stabiler und kaum zerfallender Stoff, der diese Eigenschaft der widerstandsfähigen Struktur seiner Moleküle verdankt. Diese Substanz wird als Emulgator bei der Herstellung von Polymeren (Kunststoffen) gebraucht. In Gerndorf speziell für Teflon, dessen chemischer Name Polytetrafluorethylen ist. Damit beschichtet man nicht nur Pfannen, damit nichts anlegt, einen ähnlichen Effekt hat das Teflon auch auf stark beanspruchten Teppichen, die dadurch wasser- und schmutzabweisend imprägniert werden, aber auch auf Funktionskleidung und im Feuerlösch-Schaum.

Das alles war den dort arbeitenden Leuten bekannt, aber die gingen davon aus, dass, wenn die vorgeschriebenen Höchstwerte eingehalten werden, schon „nichts passieren“ kann. Man vertraute der Firmenführung und machte sich keine Sorgen.

Da das PFOA aber ein sehr stabiles Molekül ist, wird es nur schwer und langsam abgebaut. Es verrottet nicht, sondern sammelt sich im Laufe der Zeit an. Die in die Alz eingeleiteten Mengen wurden also nicht in der Natur abgebaut, sondern sickerten in das Grundwasser und erreichten nicht nur die Wiesen, auf denen die Kühe und Pferde grasten, sondern auch die Brunnen der Gemeinden im Alztal und flossen über die Wasserleitungen in die Häuser von Altötting und den umgebenden Gemeinden. Dort fanden sie ihren Weg ins Kochwasser, Trinkwasser, in den Tee und Kaffee, ins Badewasser, in das Milchfläschchen für die Babies. Und überall reicherte es sich in den Körpern der Menschen an.

Diesen Vorgang nennt man „bioakkumulativ“. Es ist überall, auch im Blut und auch, wenn man kein  weiteres PFOA aufnimmt, braucht das, was bereits im Körper ist, drei Jahre, um zur Hälfte abgebaut zu sein. Drei weitere Jahre, um auf ein Viertel des Anfangswertes zu sinken und weitere Jahre, bis es ganz aus dem Körper ausgeschieden ist. Im Falle Altötting und Umgebung nahmen die Bewohner des Alztals aber Jahrelang täglich neues PFOA auf, was sich immer stärker überall im Körper anreicherte.

Wirkungen und Gefahren von PFOA

Der Stoff ist relativ gut untersucht und auch seine Auswirkungen auf den Körper. Es gibt Studien hierzu an Versuchstieren aber auch an Arbeitern aus Fabriken, in denen PFOA verwendet wird. Die Studien weisen nach, dass diese Chemikalie leberschädigend, reproduktionstoxisch (Fehlbildungen bei Embryonen) und krebserregend sein kann. In den Vereinigten Staaten wurde der DuPont-Konzern, ein Hersteller von Teflon, mehrfach wegen nachweislicher Schädigung der Gesundheit von Menschen zu Schadensersatz verurteilt worden. Die Effekte waren erschreckend: Nierenschäden, Unfruchtbarkeit, Schilddrüsenprobleme und Krebs waren die Folge einer Kontamination mit PFOA. Zwar lagen die Konzentrationen deutlich höher, als sie jetzt im Alztal gemessen wurden, aber es ist auch immer eine Frage der Dauer, bis sich die Schäden auch bei kleinerer Konzentration einstellen können.

Aus all diesen Gründen wird dieses tückische Gift ab 2020 in der EU verboten. Im Chemiepark Gerndorf stellte man 2008 die Verwendung von PFOA ein. Doch die Substanz hatte sich da schon breitflächig in der Erde, auf den Wiesen und im Grundwasser verteilt und war ins Blut von Menschen und Tieren gelangt.

Blutuntersuchungen

Den Bewohnern des Tals war das nie wirklich bewusst gewesen. Auch die Greenpeace-Aktion war schon fast in Vergessenheit geraten, da ließen einzelne Leute in Haiming Bluttests machen. Die gemessenen Werte lösten Alarm aus. Statt der für unbedenklich gehaltenen Konzentration von 2 µg PFOA pro Liter Blut fand man 40 bis 100  µg/Liter. Das ist das Zwanzig- bis Vierzigfache der als unbedenklich angesehenen Werte, und auch deren „Unbedenklichkeit“ wäre zu hinterfragen.

Die Gemeinde Haiming baute daraufhin einen Aktivkohlefilter in ihren Gemeindebrunnen. Seltsamerweise wurde weder eine breite Untersuchung gemacht, noch interessierten sich andere Gemeinden für die erschreckenden PFOA-Werte im Blut.

Erst im Herbst 2016 wurde das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wach und schickte das Deutsche Rote Kreuz nach Emmerting, um dort repräsentativ Blutproben zu entnehmen und auf PFOA zu prüfen. Man stellte fest, hier war es durchgehend der zwanzigfache Wert dessen, was unbedenklich sein soll. Unglaublich, aber wieder senkte sich Schweigen über diese Sache, und die giftige Perfluoroktansäure sprudelte weiter munter aus dem Wasserhahn in die Kochtöpfe, Kaffekannen und Trinkgläser. Man sagte den Leuten einfach, das komme wohl von den Teflonpfannen und der Goretex-Kleidung.

Erst, als die Regionalzeitung einen Artikel dazu veröffentlichte und die Gesundheitsschäden benannte, die das PFOA verursacht, ging ein Ruck durch die Gemeinden und plötzlich kochte – nach Jahren des Desinteresses – die Bürgerwut hoch. Eine Bürgerversammlung wurde schnell einberufen in Emmerting und die Verantwortlichen der verschiedenen Behörden sahen sich unangenehmen Fragen ausgesetzt.

Sehr schnell wurde klar, dass diese weit erhöhten Werte im Blut mit Sicherheit alle Bewohner des Alztales betreffen, wohl auch vorsichtshalber war dies von Seiten der Behörden nicht wirklich untersucht worden. Vertuschung! Riefen zornige Bürger und die jeweiligen Behördenleiter versuchten, sich selbst vor Schuldzuweisungen in Sicherheit zu bringen. Das habe doch jeder wissen können und man solle nun auch nicht allzu furchtsam sein, und man habe das auch auf der Seite des Landratsamtes veröffentlicht, sagte der Zuständige für Trinkwasserhygiene. Das war aber einen Tag vor Heiligabend, so, dass niemand das zur Kenntnis genommen hatte.

Steigende Messwerte eines bekannt gefährlichen Giftes im Trinkwasser - na, und?

Immerhin gab es seit einigen Jahren Messungen des PFOA-Wertes im Trinkwasser. Laut Landratsamt lag 2006 der PFOA-Wert im Emmertinger Trinkwasser noch bei 0,16 Mikrogramm, 2010 bei 0,12 Mikrogramm, 2011 sank er auf 0,05 Mikrogramm, 2013 vervierfachte er sich auf 0,22 Mikrogramm, 2015 stieg er weiter auf 0,25 Mikrogramm und überschritt im Juli 2016 mit 0,338 Mikrogramm erstmals den damaligen, offiziellen Grenzwert von 0,3 Mikrogramm.

Bis dahin hatte sich noch niemand in den zuständigen Behörden irgendwie bemüßigt gefühlt, sich Gedanken über die Wichtigkeit von gesundem, reinen Trinkwasser als eines der wichtigsten Lebensmittel zu machen. Jahr um Jahr sahen die Behörden zu, wie ein bekannt „bioakkumulatives“ Gift in immer höherer Konzentration die Bevölkerung schleichend vergiftete. Solange der Grenzwert eingehalten wird, kann ja dem Zuständigen niemand einen Strick aus der Sache drehen.

Doch 2016 wurde der offizielle Grenzwert auf 0,1 Mikrogramm gesenkt. Damit waren die Behörden im Zugzwang. Das konnte unangenehm werden, es musste etwas geschehen. Ein paar Brunnen im Öttinger Forst waren besonders stark belastet. Man koppelte sie kurzerhand von der Wasserversorgung ab. Das war aber auch alles. Bingo! November 2016 fiel der PFOA-Wert stark, er lag jetzt sogar unter dem neuen Höchstwert von 0,1 Mikrogramm. Damit konnte man sich in den Behörden wieder gemütlich zurücklehnen und den geruhsamen, gewohnten Tagesablauf wieder aufnehmen. Der brisante Bericht mit den Spitzenwerten wurde abgeheftet, erledigt, das war's.

Bis zum Bürger-Informationsabend in Emmerting. Jetzt plötzlich wollten es alle genau wissen. Jetzt  plötzlich wurde den braven Bürgern bewusst, dass sie seit  Jahren tagtäglich das Gift in ihrem Trinkwasser aufgenommen hatten, und dass es sich immer weiter in ihren Körpern angesammelt hat. Beschwichtigungen á la „Mit einer Sicherheit von 99,9 Prozent können sie davon ausgehen, dass sie nicht mit gesundheitlichen Schäden rechnen müssen“ (Dr. Hermann Fromme vom bayerischen Landesamt für Gesundheit) beruhigten die Bürger keineswegs. Das Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der Behörden war dahin. Herr Dr. Fromme musste sich Verharmlosung und Herunterspielen des Skandals anhören.

Vollkommen außen vor bleibt bislang die Frage, wie hoch die PFOA-Konzentration in den Lebensmitteln aus der Region ist. Milch, Eier, Gemüse, Getreide, Fleisch usw. müssten jetzt dringend geprüft werden. Auch hier überall dürften die Werte besorgniserregend sein. Tiere und Pflanzen haben das Gift ja ebenfalls aufgenommen. Der Antrag auf Untersuchung der Lebensmittel auf PFOA wurde jedenfalls in der 82. Sitzung am 15. März 2018 vom Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz beraten und abgelehnt. Man versucht also weiterhin, das Problem zu ignorieren.

Wasser - plötzlich begreift man, wie unglaublich wichtig es ist

Man macht sich wenig Gedanken um sein tägliches Trinkwasser. Es kommt aus der Leitung und hat, dafür haben die Behörden zu sorgen, sauber und keimfrei zu sein, fertig. Wir sind in unserer hochzivilisierten Welt nicht mehr daran gewöhnt, darüber nachzudenken, wie wichtig Wasser ist. Wie überlebenswichtig gutes, gesundes Wasser ist!

Erst wenn, wie in Altötting und Umgebung, ein solcher Skandal geschieht und man auf einmal Himmelangst um seine Gesundheit und die seiner Lieben bekommt, wird einem klar, welch immensen Stellenwert gutes Wasser hat und wie sehr wir davon abhängen. Wieviele Eltern mögen wohl dort im Alztal nachts nicht schlafen, weil sie sich Vorwürfe machen und Angst haben, ob ihr Kind, dem sie täglich das belastete Wasser in Getränken und Essen verabreicht haben, wohl schon geschädigt ist? Ob es krank werden wird, weil das Gift ja noch Jahre weiter wirken wird und sie nichts, aber auch gar nichts mehr dagegen tun können, außer abwarten und beten.

Die Gemeinden um Altötting weichen nun erst einmal auf Wasser aus Tiefbrunnen aus. Das ist noch vollkommen PFOA-frei. Doch so viel Wasser werden diese Brunnen auf Dauer nicht liefern können. Es führt also auf Dauer kein Weg um aufwendige Filterverfahren herum. Die Kosten übernehmen die verursachenden Firmen zwar bis 2050. Dennoch ist das alles nur Schadensbegrenzung.

Die Lehre, die man daraus ziehen kann und muss ist, dass jeder selbst wachsam und sich informieren, Verantwortung für seine Gesundheit und die seiner Lieben übernehmen muss.


Treffen Sie private Vorsorge gegen PFOA im Trinkwasser

Die Behörden verharmlosen das Problem. Die Bewohner der betroffenen Gemeinden Altötting, Neuötting und Winhöring sollen mit Wasser aus einem Tiefbrunnen versorgt werden, der PFOA frei ist. Einige andere Gemeinden erhalten ihr Wasser bereits aus einem derartigen Ausweichbrunnen. Das Problem: Die benötigten Wassermengen können diese PFOA freien Brunnen bald an ihre Kapazitätsgrenzen bringen.

Die Alternative ist ein Trinkwasserfilter in der eigenen Küche.

Wasserfilter ist nicht gleich Wasserfilter. Es gibt eine Vielzahl von Filtern am Markt – manche entfernen das PFOA im Trinkwasser, andere nicht.

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